EDITION RUFER®
Fotografie und Verlag

Diese drei Postkarten-Leporellos mit jeweils 8 Motiven befinden sich in jeder ZEITFENSTER-BOX. 

LEPORELLO Nr. 1 mit den farbigen Postkarten im Querformat:

LEPORELLO Nr. 2 mit den schwarz-weiss Postkarten im Querformat:

LEPORELLO Nr. 3 mit den Postkarten im Hochformat:

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Die Lauenburger ZEITFENSTER-BOX können Sie entweder direkt beim Verlag EDITION RUFER bestellen oder auch im Handel in den folgenden Lauenburger Geschäften zum Preis von 19,95€kaufen: * Unverbindliche Preisempfehlung, inkl. gesetzlicher Mehrwertsteuer, bei Versand zzgl. Porto- und Verpackungskosten. 

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Eine kurze GESCHICHTE DER ANSICHTSPOSTKARTE in Deutschland

1760 soll das private französische Postunternehmen Petite Poste ('Kleine Post') in Paris die erste offen lesbare Mitteilung eingeführt haben. 1784 wurde Vergleichbares in Wien (Wiener Klapperlpost) angeboten. Von beiden sind jedoch keine Exemplare mehr vorhanden. Gesichert gilt 1777 als Erscheinungsjahr der ersten gedruckten Ansichtskarte in Frankreich, möglicherweise auch mit Abbildungen des Kupferstechers Demaison.

1840 erschien in England die erste Briefmarke. Im selben Jahr wurde dort auch eine erste handgemalte bebilderte Karte verschickt.
Am 27. Februar 1861 wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika vom Kongress ein Gesetz verabschiedet, das erlaubt, privat gedruckte Karten, bei einem Gewicht von unter einer Unze, mit der Post zu verschicken. Dies war die  erste staatliche Genehmigung zur Verwendung von Postkarten.

1865 veröffentlichte der geheime Postrat Heinrich v. Stephan (1831-1897) auf der 5. Postvereins-Konferenz in Karlsruhe seine Idee, Postkarten ohne Umschlag auch in den Deutschen Nationalstaaten zu verschicken. Dieser Vorschlag wurde aber vom  preussischen Generalpostamt mit der Begründung "...ein offenes Absenden von Mitteilungen sei aus Vertraulichkeitsgründen unmoralisch und beleidigend" abgelehnt.

Am 1. Oktober 1869 wurde von der österreichisch-ungarischen Post, trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung, die erste Correspondenzkarte eingeführt und verkaufte sich im ersten Monat bereits 1,4 Millionen mal.

Mit Wirkung vom 1. Juli 1870  führte Heinrich v. Stephan, inzwischen Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes, gemeinsam mit Baden, Bayern und Württemberg die sogenannte Offene Karte, auch Aviskarte oder Drucksachenkarte genannt, ein. Der Versand war außer im Inland - dem Gebiet des Norddeutschen Bundes und den drei genannten süddeutschen Ländern - auch nach Österreich-Ungarn und nach Luxemburg möglich.

Nur knapp zwei Wochen später, am 16. Juli druckte der Oldenburger Hofbuchhändler August Schwarz (1837-1904), die erste offene Karte mit dem Bild eines Kanoniers und schickte sie seinen Schwiegereltern nach Magdeburg. Das Artilleriebildchen hatte er gewählt, weil damals zum Deutsch-Französischen Krieg (1870-1871) gerade eine Mobilmachung lief. August Schwarz gilt damit als Erfinder der Ansichtskarte. Fünf Jahre später, im Herbst 1875, brachte er außerdem eine kleine Auflage Ansichtskarten von 25 Stück in den Handel und war damit einer der ersten kommerziellen Verleger für Ansichtspostkarten überhaupt.

Am 17. Juli 1870 wurde für Feldpost-Correspondenzkarten die Portofreiheit eingeführt. Bis Dezember des selben Jahres wurden rund 10 Millionen Feldpostkarten in die Heimat verschickt.

Ab 1871 verkaufte die Post Ansichts- und Glückwunschpostkarten. Ab dem 1. Juli 1872 werden im Deutschen Reich private, nicht von der Post hergestellte Motivpostkarten offiziell zugelassen. 

Ab 1878, durch den Weltpostvertrag geregelt, konnten offen lesbare Postkarten auch international verschickt werden und mussten die französische Aufschrift "Carte postale" tragen.

Ab 1885 durften private Verleger im Deutschen Reich auch offiziell private Bildpostkarten herstellen und somit wurde die Ansichtskarte zu einem industriell gefertigtem Massenartikel. Die Zeit von 1897 bis 1918 (Beginn des 1. Weltkrieges) gilt als das "Goldene Zeitalter der Ansichtskarte". 

88 Millionen Ansichtskarten wurden in Deutschland allein im Jahre 1899 produziert. 1890 wurden die ersten Sammlervereine gegründet und die ersten Sammlerzeitschriften herausgegeben. Im Deutschen Reich gab es es etwa 60 Fabriken, die Sammelalben für Bildpostkarten herstellten. 1900 hatte eine Fabrik in Frankfurt am Main 1200 Angestellte, jeden Tag wurden bis zu hundert neue Motive produziert. Im Spitzenjahr 1903/1904 liefen in Deutschland 1,16 Milliarden (!!!) Ansichtskarten.

Bis 1905 durfte in Deutschland nur die Rück- bzw. Bildseite einer Postkarte mit einer eigenständigen oder handschriftlichen Mitteilung versehen werden. Die Vorderseite war ausschließlich der postalischen Anschrift, der Briefmarke und dem Poststempel vorbehalten. Am 1. April wurde bei Ansichtskarten für den innerdeutschen Postverkehr die geteilte Anschriftseite eingeführt. Dabei durfte für Mitteilungen nur die linke Seite genutzt und der senkrechte Teilungsstrich keinesfalls überschrieben werden. 

Auch wenn heute, im digitalen und globalen Zeitalter von Internet, Smartphone und den Sozialen Netzwerken die klassische Ansichts-, Gruß- bzw. schlichte Postkarte keine solche bedeutende Rolle mehr spielt wie zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, so gelingt es vielen engagierte Grafikwerkstätten und kleinen Verlagen noch immer, die Freude an der verschickten Motiv-Karte am Leben zu erhalten. 

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